Quecke bekämpfen

Das Fenster nach der Ernte nutzen

Die Quecke zählt zu den hartnäckigsten Ungräsern im Ackerbau: Ihre Rhizome halten sie lange im Boden und lassen sie immer wieder austreiben. Nach der Ernte öffnet sich ein günstiges Zeitfenster, um den Bestand zu schwächen.

Sie bildet jetzt neue Blattmasse und lagert Reservestoffe in die Rhizome ein. Systemische Wirkstoffe folgen diesem Stoffstrom bis in die Ausläufer, vorausgesetzt, der Bestand wächst aktiv und die Fläche bleibt danach lange genug unbearbeitet.

Warum die Quecke im Acker so ausdauernd ist

Die Gemeine Quecke (Elymus repens) vermehrt sich vor allem über unterirdische Rhizome. An deren Knoten bilden sich neue Triebe und Wurzeln. Selbst kleine Stücke treiben unter günstigen Bedingungen wieder aus. Rein oberirdisch wirkende Maßnahmen reichen deshalb selten aus. Werden die Rhizome zerteilt und verteilt, breitet sich der Besatz sogar aus. Ziel ist, die unterirdischen Reserven zu schwächen.

Nach der Ernte die Quecke auf dem Feld bekämpfen

Sobald sich nach der Ernte genügend grüne Blattmasse gebildet hat, lässt sich die Quecke gezielt behandeln: Sie transportiert jetzt Assimilate in die Rhizome, systemische Wirkstoffe folgen diesem Weg. Dafür muss sie aktiv wachsen. Zu kleine Pflanzen bieten wenig Aufnahmefläche; Trockenheit und Hitze bremsen Stoffwechsel und Verlagerung. Der Termin liegt deshalb nicht direkt nach der Ernte, sondern nach ausreichendem Wiederaustrieb.

Nicht zu früh mit der Bodenbearbeitung beginnen

Eine sofortige Stoppelbearbeitung beseitigt die für eine systemische Behandlung nötige Blattfläche und zerteilt zugleich die Rhizome. Eine flache Bearbeitung verschleppt die Quecke zusätzlich über den Schlag. Vor einer Blattbehandlung ist der Wiederaustrieb abzuwarten und auch danach braucht die Fläche Ruhe. Der Abstand richtet sich nach Mittel und Witterung.


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Welche Bedingungen den Behandlungserfolg beeinflussen

Der Wirkungsgrad hängt nicht allein an der Aufwandmenge. Mehrere Faktoren müssen zusammenpassen:

  • aktives Wachstum und ausreichend frische Blattmasse
  • kein Trocken- oder Hitzestress
  • zum Mittel passende Wasserqualität und Spritzbrühe
  • genügend Zeit für die Wirkstoffverlagerung nach der Anwendung
  • eine Aufwandmenge, die sich an der Quecke orientiert und nicht an leichter bekämpfbaren Ungräsern

Mehr Wasser verbessert die Wirkung nicht automatisch: Entscheidend sind gleichmäßige Benetzung und eine passende Konzentration. Hartes Wasser bindet zudem Wirkstoffe. Kalzium, Magnesium oder Eisen erschweren die Aufnahme.

Was ein Additiv beitragen kann

Ein geeignetes Additiv verändert die Spritzbrühe: Es kann Benetzung und Anhaftung auf dem Blatt verbessern, das Wasser konditionieren und die Wirkstoffaufnahme unterstützen.

KANTOR ist ein Zusatzstoff auf Basis der alkoxylierten Triglycerid-Technologie. Im Ackerbau ist die Aufwandmenge 0,15 Prozent (150 ml je 100 l Wasser). KANTOR immer zuerst dem Spritzwasser zugeben.

Ein Additiv unterstützt die Pflanzenschutzwirkung, ersetzt sie aber nicht: Maßgeblich bleiben Termin, Aufwandmenge und Applikationstechnik. KANTOR kann dabei helfen ungünstige Einflussfaktoren zu reduzieren und so die Wirkung abzusichern

Wurzelunkräuter bekämpfen - warum eine Maßnahme selten reicht

Bei starkem Besatz greift eine einzelne Behandlung zu kurz. Erfolgreicher ist eine mehrjährige Strategie:

  • angepasste Fruchtfolge und konkurrenzstarke Bestände
  • gezielte Bodenbearbeitung
  • Vermeidung verschleppter Rhizomstücke
  • regelmäßige Kontrolle von Feldrändern und Befallsnestern
  • konsequente Nachbehandlung neu austreibender Pflanzen

Entscheidend bleibt der Zeitpunkt der Bodenbearbeitung: Wiederholte mechanische Maßnahmen schwächen die Reserven, solange der Austrieb regelmäßig erfasst wird. Eine einmalige Zerkleinerung ohne Kontrolle verteilt den Bestand weiter.

Besatzstärke, Standort und Fruchtfolge unterscheiden sich von Fläche zu Fläche. Unsere Fachberater entwickeln mit Ihnen die passende Strategie.

Häufige Fragen zur Quecken-Bekämpfung

Die häufigsten Fragen und Antworten kurz zusammengefasst.


Sebastian Deimel

Zuletzt aktualisiert am 03.09.2026 um 15:50 Uhr