Rübenmotte in Zuckerrüben erkennen
Fraßbild richtig lesen und den Kontrollzeitpunkt treffen
Der Bestand steht eigentlich gut, nur wirken einzelne Rüben im Herz seltsam dunkel. Wenn die äußeren Blätter zur Seite geschoben werden, werden feine Gespinstfäden und schwarze Krümel zwischen den Blattstielen gefunden. Das ist kein Bormangel: Die Rübenmotte hinterlässt ein Fraßbild, das man einmal gesehen haben muss, um es beim zweiten Mal sofort einzuordnen.
Die Rübenmotte auf einen Blick
Die Rübenmotte (Scrobipalpa ocellatella) ist ein kleiner Schmetterling, dessen Raupen die Herzblätter der Zuckerrübe zusammenspinnen und zerfressen. Typisch sind schwarzes Gespinst und dunkler Kot im Rübenherz sowie tiefe Gänge in Blattstielen und Rübenkopf. Über diese Verletzungen dringt eine sekundäre Fäulnis ein, die die Blattneubildung verhindert. Im Extremfall bis zum Ausfall der geschädigten Rübe. Befallsfördernd wirkt trockenes, warmes Wetter, vor allem im Juli und August.
Woran sich ein Befall erkennen lässt
Der Blick gehört ins Herz der Pflanze, nicht auf den Bestandseindruck vom Feldrand. Die Raupen sitzen am Rübenkopf zwischen den Blattstielen und kriechen recht flott davon, wenn man die Blätter auseinanderzieht. In Blattstielen und Rübenkopf finden sich tiefe Fraßgänge, teils mit dunklem Kot durchsetzt; Herzblätter und Rübenkopf verfärben sich später schwarz und vertrocknen.

Zuckerrüben Schädlinge und Mangelsymptome auseinanderhalten
Zu Beginn ähnelt der Befall dem des Schattenwicklers, im weiteren Verlauf der Herz- und Trockenfäule infolge von Bormangel; gelegentlich wird auch Rhizoctonia verwechselt. Das Unterscheidungsmerkmal liefert die Nahaufnahme: Gespinst und Kot im Herz sprechen für tierischen Fraß, gleichmäßig geschwärztes Herzgewebe ohne Gänge eher für einen Mangel. Eine Bordüngung auf Verdacht hilft bei Mottenbefall nicht und kostet Zeit, in der die Fäulnis fortschreitet.
Warum eine Insektizidmaßnahme an Grenzen stößt
Die Larven sitzen im Rübenkopf und in den Blattstielen und sind für Spritzbeläge kaum erreichbar. Feldversuche liefern selbst unter optimalen Bedingungen nur beschränkte Wirkungsgrade. Wirksam ist eine Behandlung nur, solange sich die Raupen noch nicht eingebohrt haben. Damit verschiebt sich die Frage vom Mittel zum Zeitpunkt. Welche Insektizide einsetzbar sind, richtet sich nach dem aktuellen Zulassungsstand.
KANTOR in der Zuckerrübe: Worauf es bei der Applikation ankommt
Wenn behandelt wird, entscheidet die Applikationsqualität. KANTOR ist unser All-in-One-Additiv, auf Basis der patentierten alkoxylierten Triglycerid-Technologie. Es schützt Wirkstoffe vor der Reaktion mit Kationen in hartem Wasser, verbessert Anhaftung und Benetzung und öffnet die Wachsschicht. Im Ackerbau liegt die Aufwandmenge bei 0,15 %, also 150 ml je 100 l Wasser. KANTOR immer zuerst dem Spritzwasser zugeben. Für Insektizidmaßnahmen relevant: KANTOR hat die Prüfungen der Bienentoxizität bestanden und besitzt die Genehmigung für den Einsatz mit Insektiziden und Akariziden. Alle Hinweise finden Sie in unserer Ackerbaubroschüre 2026.
Kontrolle und Bodenbearbeitung im Ablauf
Kontrollieren Sie ab dem Hochsommer gezielt die Herzblätter: an mehreren Stellen im Schlag jeweils zehn aufeinanderfolgende Pflanzen ansehen und dabei Fraßschäden, Kot im Herz und die Anzahl der Larven getrennt erfassen. Nach der Ernte zählt die Bodenbearbeitung. Tiere, die tiefer als 15 cm eingepflügt werden, erreichen die Oberfläche in der Regel nicht mehr. Pflanzenreste befallener Rüben gehören nicht auf die Fläche.
Fazit
Bei der Rübenmotte entscheidet die Diagnose, nicht das Mittel. Wer das Fraßbild sicher von Bormangel unterscheidet und früh genug ins Herz der Pflanze schaut, hat überhaupt erst die Chance auf einen wirksamen Termin.
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Häufige Fragen zur Rübenmotte
Die häufigsten Fragen und Antworten kurz zusammengefasst.
Quellen:
BISZ – Kuratorium für Versuchswesen und Beratung im Zuckerrübenanbau (Südzucker), Schadbild, Lebenszyklus und Maßnahmen: Rübenmotte
ARGE NORD, Versuchsbericht 2019, Bonitur- und Versuchsanlage: Bekämpfung der Rübenmotte (Börßum)
pflanzenkrankheiten.ch, Schadbild, Verwechslungen und vorbeugende Maßnahmen: Scrobipalpa ocellatella
Zuletzt aktualisiert am 14.08.2026 um 12:03 Uhr
