Kartoffel Fungizide
Resistenzen, Strategien & Lösungen
Fungizidresistente Krautfäule-Erreger breiten sich aus und stellen Kartoffelanbauer vor neue Herausforderungen. Wer heute erfolgreich Kartoffeln schützt, braucht eine durchdachte Strategie mit wechselnden Wirkmechanismen – und die richtigen Hilfsmittel für maximale Wirkung.
Krautfäule: Resistenzen nehmen zu
Die Krautfäule bleibt eine der größten Herausforderungen im Kartoffelanbau. Mit ihrer enormen Anpassungsfähigkeit untergräbt sie die Wirkung wichtiger Wirkstoffe. Besonders betroffen sind aktuell zwei Wirkstoffgruppen:
- Carbonsäureamide (CAA) - z. B. Mandipropamid, Valifenalate oder Dimethomorph
- OSBPI - hier vor allem der Wirkstoff Oxathiapiprolin
Während CAA-Wirkstoffe bei mischerbigen Isolaten noch eingeschränkt wirken, sind reinerbige Erreger nahezu immun - die Fungizide verpuffen wirkungslos.

Kombinationsresistenzen: Eine neue Dimension
Besorgniserregend ist die Ausbreitung von Isolaten, die gleich zwei Resistenzen tragen – gegen CAA und OSBPI. Bei solchen Stämmen greifen weder Mandipropamid noch Oxathiapiprolin. Die Folge: keine Wirkung, kein Schutz.
Hinweis: Auch wenn Oxathiapiprolin in Kombinationen verwendet wird, wirkt bei resistenten Erregern nur der Partnerwirkstoff (z. B. Amisulbrom in Zorvec Entecta). Das Risiko liegt also oft im Detail.
Witterung macht es nicht leichter
Regen, Hitze, rasches Krautwachstum – alles Faktoren, die die Ausbreitung zusätzlich beschleunigen. In solchen Phasen kann die Wirkung konventioneller Maßnahmen schnell an ihre Grenzen stoßen.
Hier kommt die Rolle von Additiven wie KANTOR ins Spiel: Sie verbessern die Verteilung der Spritzbrühe, fördern die Wirkstoffaufnahme und sichern den Schutz – selbst bei suboptimalen Bedingungen. Eine sinnvolle Investition in Wirkungssicherheit.
Strategien für 2026
Denkfehler vermeiden – Wirkstoff ist nicht gleich Wirkmechanismus! Ein häufiger Irrtum: Der Wechsel von Produkt zu Produkt genügt. Doch entscheidend ist der Mechanismus, mit dem der Wirkstoff den Erreger bekämpft – nicht der Markenname auf dem Kanister.
Beispiel: Mandipropamid und Valifenalate wirken beide über den gleichen Mechanismus (FRAC-Gruppe H5). Wer sie nacheinander spritzt, riskiert Resistenzen – trotz unterschiedlicher Namen.
Systematisch denken – systematisch spritzen
Eine wirksame Spritzfolge könnte so aussehen: Zu Beginn ein vollsystemischer Wirkstoff wie Oxathiapiprolin oder Propamocarb kombiniert mit einem Kontaktpartner, gefolgt von einer Mischung aus Amisulbrom und Cymoxanil. In der Hauptwachstumsphase sind dann Kombinationen aus systemischen und kurativen Komponenten sinnvoll – immer unter Berücksichtigung der Resistenzsituation. Wichtig ist außerdem, dass Produkte mit höherem Resistenzrisiko (z.B. Oxathiapiprolin) nicht öfter als zweimal pro Saison gespritzt werden.
Hilfsmittel clever nutzen
Insbesondere in der Hauptsaison, wenn der Bestand dicht ist und die Witterung wechselhaft, zahlt sich Unterstützung aus. Das Additiv KANTOR sorgt für bessere Anhaftung der Spritztropfen. Es verbessert die Verteilung und das Eindringen der Wirkstoffe. In der Folge wirken die Fungizide besser.
Behandlungen optimal timen
Spritzstart: Nicht zu spät beginnen
Der richtige Zeitpunkt für die erste Behandlung ist entscheidend für den Erfolg der gesamten Fungizidstrategie. Gerade in Jahren mit frühem Niederschlag und feucht-warmen Bedingungen kann die Krautfäule bereits kurz nach dem Auflaufen erste Stängel befallen. Wer zu lange wartet, riskiert einen Befallsdurchbruch, der sich später nur schwer eindämmen lässt.
Eine bewährte Faustregel: Spätestens sieben Tage vor dem erwarteten Erstbefall sollte behandelt werden - idealerweise auf Basis von Prognosemodellen (z.B. ISIP, Simphyt, etc.). Doch gerade bei wechselhafter Witterung stoßen diese Modelle an ihre Grenzen. In solchen Fällen empfiehlt sich eine enge Beobachtung ab Auflaufen der Bestände. Schon Pflanzen mit 5 bis 10 cm Wuchshöhe können massiv betroffen sein, wenn die Bedingungen passen.

Folgebehandlungen: Intervalle flexibel anpassen
Der Abstand zwischen den Anwendungen hängt maßgeblich vom Infektionsdruck ab. Bei hohem Druck – typisch bei schwüler Witterung und dichten Beständen – sollte spätestens alle sieben Tage gespritzt werden. In Phasen mit geringer Krankheitsgefahr kann der Abstand auf bis zu 14 Tage verlängert werden. Auch Sortenanfälligkeit, Krautwachstum und Regenereignisse beeinflussen die Wahl der Intervalle.
Besondere Aufmerksamkeit gilt der Kombination aus systemischen Fungiziden und Kontaktmitteln. So kann eine Mischung aus Cymoxanil und Cyazofamid in der Hauptinfektionsphase eine wirksame Kombination darstellen.
Stoppspritzung: Was tun bei Befall?
Kommt es trotz aller Vorsicht zu einem Erstbefall, ist schnelles Handeln gefragt. Eine Stoppspritzung mit kurativer Wirkung – etwa mit Cymoxanil in Kombination mit einem Kontaktpartner wie Fluazinam – kann den Befall eindämmen. Bei fortgeschrittenem Befall empfiehlt sich eine Nachlage innerhalb von 3 bis 4 Tagen.
Wichtig: Mittel aus den resistenzbetroffenen Gruppen (Mandipropamid, Oxathiapiprolin) sind bei sichtbarem Befall tabu. In dieser Situation ist der KANTOR-Zusatz unverzichtbar, um Effektivität der Fungizid-Behandlung zu maximieren.
Alternaria nicht vergessen
Neben der Krautfäule rückt zunehmend auch die Alternaria in den Fokus - besonders in Stärkekartoffeln und spätreifen Sorten. Der Erreger tritt bevorzugt in trockeneren und wärmeren Phasen auf und kann erhebliche Blattverluste sowie Qualitätseinbußen verursachen. Zwar ist Alternaria nicht so aggressiv wie Phytophthora infestans, dennoch führt ein unbehandelter Befall häufig zu vorzeitigem Krautabsterben und damit zu Ertragseinbußen.
Richtiger Zeitpunkt ist entscheidend
Empfehlenswert ist der Einsatz eines alternariawirksamen Fungizids etwa sechs bis acht Wochen nach dem Auflaufen oder sobald erste Symptome auf mittleren Blattetagen sichtbar werden. Der genaue Termin hängt von der Witterung ab - bei idealen Infektionsbedingungen (feuchte Nächte, warme Tage) sollten die Spritzabstände bei 10 bis 12 Tagen liegen.

Ein häufiger Fehler ist, die Krautfäulebehandlungen mit Alternaria-Maßnahmen zu verwechseln. Doch nicht jedes Fungizid wirkt gegen beide Erreger. Entscheidend ist daher, gezielt Produkte mit alternariaaktiven Wirkstoffen wie Difenoconazol, Fluopyram oder Prothioconazol einzuplanen – idealerweise im Wechsel, um Resistenzen zu vermeiden.
Wirkstoffwechsel beugt Alternaria-Resistenz vor
Auch bei Alternaria muss auf einen bewussten Wirkstoffwechsel geachtet werden. Azole wie Difenoconazol, Prothioconazol und Mefentrifluconazol dürfen nicht mehrfach hintereinander gespritzt werden – sie gehören zur gleichen Wirkstoffgruppe.
Klar ist: Alternaria gehört mittlerweile zum festen Bestandteil einer professionellen Kartoffelstrategie. Wer vorbeugt, bewahrt nicht nur Ertrag, sondern auch Qualität und Lagerfähigkeit.
Fazit
Die zunehmende Resistenzbildung bei Krautfäule-Erregern zwingt zum Umdenken. Ein einfaches „weiter wie bisher“ führt in vielen Regionen nicht mehr zum Erfolg. Stattdessen braucht es durchdachte Strategien, die auf einem Wechsel der Wirkmechanismen, sinnvoll geplanten Spritzfolgen und einer klaren Trennung zwischen Alternaria- und Phytophthora-Maßnahmen beruhen.
Wer dabei zusätzlich auf technische Optimierung setzt, steigert die Wirkungssicherheit. Der gezielte Einsatz von Additiven wie KANTOR verbessert die Anlagerung der Spritzbrühe, sorgt für eine gleichmäßige Wirkstoffverteilung und unterstützt die Wirkstoffaufnahme. Das macht jedes einzelne Fungizid wirksamer und schützt die verbleibende Wirkstoffauswahl.
Dabei sollte nicht vergessen werden, dass vitalere Pflanzen grundsätzlich weniger anfällig sind. Die Kartoffeln sollten möglichst optimale geführt und potenzielle Stressfaktoren ausgeschaltet werden. Aserpro liefert schnell verfügbare freie Aminosäuren um gezielt schwierige Phasen überbrücken zu können.
Der Schlüssel liegt in der Vielfalt – sowohl bei den Wirkstoffen als auch bei der Herangehensweise. Wer die aktuelle Resistenzsituation ernst nimmt und seine Strategie entsprechend anpasst, kann auch 2026 gesunde Kartoffelbestände sichern. Für individuelle Empfehlungen und standortspezifische Spritzpläne stehen wir Ihnen jederzeit zur Verfügung.
Häufig gestellte Fragen
Die häufigsten Fragen und Antworten kurz zusammengefasst.
Zuletzt aktualisiert am 28.08.2026 um 14:42 Uhr
